Nachbesserung von Zahnersatz


Das OLG Celle hat sich in zwei aktuellen Entscheidungen zu dem Nachbesserungsrecht von Zahnärzten geäußert. Mit Urteil vom 04.02.2013 (Aktenzeichen 1 U 50/12) stellte das OLG heraus, dass der Eigenanteil für einen Zahnersatz nicht zurückgefordert werden kann, wenn der Patient diesen Zahnersatz seit mehreren Jahren trägt. Eine Unbrauchbarkeit bzw. Wertlosigkeit des Zahnersatzes wurde aufgrund der Tragedauer trotz festgestellter Mängel nicht bejaht. Diese Entscheidung steht in Einklang mit der BGH Rechtsprechung (BGH VersR 11 883, 894). Im Beschluss vom 15.02.2013 (1 U 87/12) wurde trotz Unbrauchbarkeit eines Zahnersatzes ein Nachbesserungsrecht des Zahnarztes bejaht. Der Zahnersatz musste aufgrund erheblicher Mängel neu angefertigt werden, dem Zahnarzt steht jedoch nach Auffassung des OLG Celle ein Nachbesserungsrecht im Wege der Neuherstellung zu, sofern dieses für den Patienten zumutbar ist. Das OLG Dresden hatte bereits mit Beschluss vom 20.01.2008 (4 W 28/08) festgehalten, dass auch eine Neuanfertigung einer Prothese zumutbar sein kann. In der Rechtsprechung des OLG Celle ging es um festsitzende Prothetik, auch die Neuanfertigung von Kronen kann daher vom Nachbesserungsrecht umfasst sein. Die Frage der Zumutbarkeit ist individuell zu klären.




Dr. Dr. Astrid Windes-Pietzsch
Rechtsanwältin und Zahnärztin



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